Mit
so qualifizierten Leads muss der Vertrieb in der Lage sein, über einen
effizienten Verkaufsprozess optimal zum Abschluss zu gelangen, das Verhältnis
von Leads zu Abschlüssen zu optimieren und seine Absatzziele zu erreichen.
Projekt,
Budget und Entscheider
Verkäufern
wird oft gesagt, sie müssten sich auf Verkaufschancen fokussieren, bei denen
ein Projekt, ein Budget und einEntscheider vorhanden ist. Welcher Prozentsatz der potentiellen Kunden
in Ihrem Markt, welche von Ihrem Angebot profitieren können, haben zur Zeit ein
Projekt, das budgetiert ist und die Kaufentscheider involviert sind?
Untersuchungen
haben gezeigt, dass es in der Regel ca. 10% des potentiellen Marktes ist. Auf
diese 10% fokussieren sich die Verkaufsanstrengungen aller Wettbewerber. Was
aber hat diesen potentiellen Kunden dazu bewegt, ein Projekt zu starten und wie
war er in der Lage, ein Budget festzulegen? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch,
dass es einem Mitbewerber gelungen ist, dem Kunden aufzuzeigen, wie er sein
Ziel gewinnbringend erreichen kann. Dieser Wettbewerber hat den Kunden - im
Gespräch mit den Entscheidern - dabei unterstützt, seine Anforderungen zu
definieren und ein Budget festzulegen. Damit stehen die Chancen für diesen
Anbieter auch sehr gut - bei ca. 95% - diesen Auftrag zu gewinnen!
Ein
wesentliches Kriterium um einen Kunden zu gewinnen ist somit nicht, einen Kunden
zu finden, der ein Projekt, ein Budget und involvierte Entscheider hat, sondern
einem Kunden zu helfen, eine Vision zu entwickeln, wie erseine Ziele erreichen bzw. seine
Probleme lösen kann.
Die
Aufgabe des Marketings
Ein
primäres Ziel des Marketings haben wir oben mit „Vertriebskosten reduzieren“
bestimmt. Wie soll dieses Ziel nun aber erreicht werden bzw. was ist die
Aufgabe des Marketings und wo beginnt die Aufgabe des Vertriebs?
Marketing
ist verantwortlich, mittels geeigneter Programme, potentielle Kunden, welche
nicht aktiv nach einer Lösung suchen, zu veranlassen über eine Verbesserung der
aktuellen Situation nachzudenken.
Darüber
hinaus ist das Marketing dafür zuständig, dem Vertrieb geeignete Instrumente
und branchen- und funktionsspezifische Argumentationen zur Verfügung zu
stellen, womit dieser einen potentiellen Kunden mit einem identifizierten Ziel
unterstützen kann, eine Vision einer Lösung zu entwickeln.
Der
„Solution Development Prompter™“ von CustomerCentric Selling® bietet einen
geeigneten Rahmen, solche Argumentationen zu erstellen, im Vertrieb zu
verteilen und kontinuierlich zu pflegen und zu entwickeln. Eine weiterführende
Beschreibung dieses Prozesses finden Sie unter „Verkaufsargumentation“.
Die Erarbeitung der Argumentation erfolgt dabei natürlich in enger Abstimmung
mit dem Vertrieb.
Die
Aufgabe des Vertriebs
Der
Vertrieb übernimmt den qualifizierten Lead vom Marketing und führt diesen durch
den Verkaufsprozess zum Abschluss. Dabei setzt er die mit Marketing
entwickelten branchen- und funktionsspezifischen Argumentationen zur
Positionierung der Angebote ein.
Jeder
Vertriebsmitarbeiter ist verantwortlich, die einzelnen Kundenkontakte und
Ergebnisse während des Verkaufsprozesses so zu dokumentieren, dass die
Verkaufsleiter daraus das Potential der Verkaufschancen in der Pipeline
bewerten können.
Jeder
Verkäufer muss die für den Kaufentscheid zu kontaktierenden Personen
identifizieren und qualifizieren. Besonders wichtig sind Champions, welche dem
Verkäufer den Zugang zu weiteren notwendigen Entscheidern vermitteln. Champions
können sich auf den verschiedensten Stufen der Organisation beim Kunden finden.
Im Idealfall ist der Champion möglichst hoch in der Geschäftsleitung
angesiedelt und kann so mit seinem Einfluss den Weg zu weiteren untergeordneten
Entscheidern ebnen. Ein solcher Top-Down Zugang ist der wünschenswerte Idealfall.
Einen
Champion finden
Ein
Schlüsselelement von CustomerCentric Selling ist die Identifikation und
Qualifikation eines Champions. Dies geschieht zuerst über ein
situationsgerechtes Verkaufsgespräch, in dem die Ziele, Probleme und
Bedürfnisse des Kunden diagnostiziert und quantifiziert werden. Die
Erkenntnisse werden vom Verkäufer in einem Schreiben dokumentiert und dem
Champion zugeschickt. Das Schreiben sollte beinhalten:
•Eine Verifikation, ob der Verkäufer die Situation,
Ziele und Perspektiven des Käufers richtig verstanden hat.
•Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des
Verkaufsgespräches.
•Argumente, die dem Champion helfen, den Vorschlag
intern zu vertreten.
Nachfassen
Im
Schreiben an den Champion sollte der Verkäufer den Kunden bereits informieren,
wann er ihn in den nächsten Tagen kontaktieren wird. Das Ziel dieses
Folgegespräches ist es:
•Bestätigen, dass der Inhalt des Schreibens auch für den
Champion das letzte Gespräch korrekt zusammenfasst.
•Bestätigen, dass der Champion gewillt und in der Lage
ist, den Zugang zu den richtigenEntscheidern herzustellen.
•Verifizieren, dass nach Gesprächen mit allen
Entscheidern die Chance besteht, dass das Angebot ernsthaft evaluiert und in
Erwägung gezogen wird.
Das
positive Ergebnis des Gespräches sind terminierte Gespräche mit den
verschiedenen Entscheidungsträgern. In diesen Gesprächen muss der Verkäufer
erreichen, dass jeder versteht, was der potentielle, quantifizierte Nutzen des
Angebotes für das Unternehmen ist, sollte er sich zum Kauf entschließen.
Möglichst breit im Unternehmen des Kunden aufgestellt zu sein, hilft z.B., wenn
ein Ansprechpartner das Unternehmen verlässt. Einflussreiche Opponenten sollten
möglichst früh identifiziert werden, damit der Verkäufer sich optimal dagegen
positionieren kann. Ist der Wiederstand zu gross muss der Verkäufer rechtzeitig
entscheiden seine Verkaufsbemühungen abzubrechen, und nicht weiter zu
investieren, um am Ende zu verlieren.
Verkaufsprozess
abbrechen
Ein
Verkäufer muss immer bereit sein, einen Verkaufsprozess abzubrechen, wenn sich
abzeichnet, dass der Auftrag nicht zu gewinnen ist. Dieser Umstand steht im
Gegensatz zum Vorgehen der meisten traditionellen Verkäufer, welche eine
möglichst volle Pipeline behalten wollen. Wenn die Pipeline mit Verkaufschancen
verstopft ist, welche kaum Erfolgschancen haben, ist dies für keine effiziente
Verkaufsorganisation von Vorteil.
Verkäufer
scheuen sich, ein Angebot zurückzuziehen und einen Verkaufsprozess abzubrechen.
Jeder Verkäufer sollte sich jedoch bewusst sein, dass auch die eigene Zeit
wertvoll ist und diese Zeit da investiert werden sollte, wo die grösstmöglichen
Erfolgschancen sind.
Was
sind die beiden wahrscheinlichsten Folgen, wenn ein Verkäufer einen Rückzieher
macht?
Der
potentielle Kunde reagiert nicht.In diesem Fall
war es sinnvoll, das tote Holz aus der Pipeline zu spülen und eine realistische
Sicht der erfolgsversprechenden Verkaufschancen zu haben und für diese einen
guten Plan für den Abschluss zu entwickeln.
Der
potentielle Kunde ruft zurück und möchte wissen, weshalb das Angebot zurückgezogen wurde.
Dies ist eine Gelegenheit zu überprüfen, ob der Kunde einen Kauf erwägt und
allenfalls Anpassungen am Angebot zu besprechen um darüber zum Abschluss zu
kommen.Mit dieser zweiten Chance
kann ein Verkäufer sich nochmals darauf konzentrieren, dem Käufer aufzuzeigen,
wie er mit dem Angebot seine Ziele erreichen oder Probleme lösen kann.
Fazit:
- Marketingkampagnen
sollen Interesse auf Entscheiderebene bei den anvisierten Kunden generieren.
- Marketing sollte dem Vertrieb nur qualifizierte
Verkaufschancen übergeben.